Kurt Hirschfelds Biographie ist die exemplarische Geschichte eines engagierten Menschen des 20. Jahrhunderts. Geboren in einer religiösen Familie deutscher Juden, machte er sich in Deutschland einen Namen als Dramaturg. Als Kommunist und Jude musste er vor den Nazis flüchten, wurde aber in der Schweiz zurückgewiesen. Daraufhin ging er nach Moskau, wo er bei der Theaterlegende Meyerhold arbeiten konnte und für die Neue Zürcher Zeitung Theaterkritiken schrieb. Vor dem Hintergrund der stalinistischen Verfolgung flüchtete er aus der Sowjetunion und kam wieder nach Zürich, wo er Dramaturg am Schauspielhaus wurde. Dort machten exilierte Künstler wie Bertolt Brecht oder die Schauspielerin Therese Giehse das Theater zum Zentrum kulturellen Widerstands gegen den Faschismus. Auf diesem Renommee baute Hirschfeld nach dem Krieg das Schauspielhaus zu einem der führenden deutschsprachigen Theater auf. Und mit den ersten Stücken von Frisch und Dürrenmatt und jungen amerikanischen Autoren etablierte er den Kanon des modernen Theaters in Europa.